Zwingen die erb�rmlichen Zust�nde des �ffentlichen Nahverkehrs in S�dtirol auch umweltbewusste Mitb�rger dazu, trotz aller Kosten, Gefahren und Fein-staubemissionen wieder ein privates Fahrzeug zu benutzen? Wird derjenige, der sich kein Auto leisten kann oder will bewusst diskriminiert? Wird weiter an Einzelsymptomen gebastelt oder endlich ein umfassendes politisches Ver-kehrskonzept f�r S�dtirol vorgelegt?
Bei den Theaterauff�hrungen im alten Griechenland folgte auf zwei Trag�dien immer ein Satyrspiel. Ein St�ck, das die von Tragik ersch�tterten Zuschauer mit Heiterkeit oder Ironie wieder aufmunterte. Wir machen es heute umgekehrt � diesmal zuerst das Satyrspiel. Es handelt sich um die Kom�die des Bahnfahrens im �ffentlichen Nahverkehr.
Titel des St�cks:
�Ein umweltbewusster Masochist�
Hauptdarsteller:
ein Brixner B�rger, der sich die Berichte �ber die Feinstaubmengen zu Herzen ge-nommen hat.
Weitere Mitwirkende:
Fahrg�ste, Zug- und Bahnhofspersonal, meist wartende Mitreisende, zwei deutsche Damen, Sekret�rinnen und eine leitende Mitarbeiterin des Landesrats f�r Verkehr.
Requisiten:
247 Fahrr�der und 62 geparkte PKW, ein VW Golf, Bauj. 1991, das Naturschutzblatt Nr. 4/2004.
Orte:
Bahnhof Brixen, Bahnhof Bozen, Bar des Hotels Laurin, Zugwaggons der FS.
1. Akt
Ein Donnerstag im Januar, 8:00 Uhr morgens.
Nach den Berichten der �Dolomiten� zu den Feinstaubbelastungen und Fahrverboten beschlie�t ein Brixner Mitb�rger, seine h�ufigen Fahrten nach Bozen mit der Bahn durchzuf�hren, sein Auto nur noch f�r die Fahrt zum Parkplatz am Bahnhof zu be-nutzen und bei sch�nem Wetter gar das Fahrrad zu nehmen. Heute nieselt es aber. Temperatur um null Grad. Erkundigungen bei der Stadtpolizei Brixen, die in Bozen beim Amt f�r Verkehr nachfragte und dieses wiederum in Rom, hatten ergeben, dass der 14 Jahre alten Golf des Brixners mit geregeltem Katalysator auch in den Fahr-verbotszeiten benutzt werden darf. Am Bahnhof angelangt begl�ckw�nscht sich un-ser Freund nicht das Fahrrad genommen zu haben. Alle Fahrradst�nder sind voll oder teilweise mit Mopeds zugestellt. Auch auf jeder freien Stelle um den Bahnhof-platz herum lehnen mehr oder weniger chaotisch zahllose Fahrr�der. Auf dem Park-platz sieht es nicht besser aus. Schlie�lich quetscht er sein Fahrzeug hinter ein La-gerh�uschen in der Hoffnung, dass die FS zum Abschleppen zu tr�ge sein wird. Nun gilt es einen Parkschein zu erwerben. Der Brixner trabt die 500 Meter von seinem Wagen bis zur Schalterhalle, steht dort unruhig am Schalter in der Schlange der War-tenden an, denn die Zeit wird knapp. In aller Ruhe f�llt der Schalterbeamte einen Parkschein in der Gr��e eines Flugbillets aus, sorgf�ltig setzt er den Preis (2,40 �), das Datum und seine Dienstnummer ein. Dann wird abgestempelt. Zur�ck zum Auto joggen, den Parkschein sichtbar hinter die Scheibe klemmen, im Dauerlauf zur�ck, die Treppe heruntergehastet, durch die Unterf�hrung, keuchend die Stufen auf der anderen Seite wieder hinauf auf den schmalen Bahnsteig. Dort stehen etwa hundert-vierunddrei�ig Wartende im leichten Nieselschauer des kalten Januarmorgens. Kein sch�tzendes Dach. Die meisten schweigen missmutig. Husten. Rote Ohren. Klamme Finger. Dann die kr�chzende Ansage aus dem Lautsprecher, der Zug versp�tet sich. Warum, wie und wo eigentlich wenn er erst in Franzensfeste eingesetzt wurde? Ei-nen Espresso w�hrend des Wartens im Warmen? Die Bar ist seit Wochen geschlos-sen. WC? Lieber nicht, wenn man nicht selber Papier, Handtuch und Seife dabei hat. Zeit noch ein Zigarettchen zu rauchen. Da kommt der Zug. Ab mit der Kippe zwi-schen die Geleise und Position an einem vermutlichen Haltepunkt einer Waggont�r eingenommen. M�hsam boxen sich die Aussteigenden durch die dr�ngelnden War-tenden. Dann Hinauf und Hinein � wie w�rde man das wohl mit einem Kinderwagen oder mit Gep�ck machen? Es ist gerammelt voll, ein Sitzplatz nicht zu ergattern. L�rmende Schulkinder haben ihre Taschen im Gang gestapelt. Zwischen feuchten M�nteln und Menschenger�chen eingekeilt erreicht der Fahrgast schlie�lich den Bahnhof Bozen. Dort schiebt sich die Menge schlurfend durch die Pf�tzen, die sich von der Decke tropfend in der Unterf�hrung gebildet haben. Die Karawane stockt, die Eingangst�r ist mit einem der zwei Fl�gel geschlossen, wenig galante Ellbogenk�mp-fe um den Vortritt. Immerhin, wir sind mitten in der Stadt. Nicht auszudenken der Fu�marsch durch den Bozener Boden (�Sibirien�) wenn der Bahnhof an den Eisack verlegt w�rde. Der Reisende aus Brixen begibt sich ins Landhaus gegen�ber um seinen Beh�rdengang zu erledigen. Es ist kurz vor 9:00 Uhr.
2. Akt
10:35 Uhr. Unser Brixner verl�sst das Landhaus � alles erledigt. Zeit zur R�ckfahrt. Der EC Paganini war ausnahmsweise p�nktlich und hat den Bozner Bahnhof vor vier Minuten verlassen. Der n�chste Zug f�hrt erst in zwei Stunden. Was tun? Ein Cap-puccino im Bahnhofsrestaurant?. Dessen sch�nes Hauptportal ist mit einem Getr�n-keautomaten verrammelt. Es gibt einen schmuddeligen Nebeneingang in ein wahres Schreckenskabinett aus PVC-Boden, Styropordecke im Waffeldesign, Plastikst�hlen und Tischchen mit Resopalplatten in Marmorimitat. Der Fernseher dr�hnt ohrenbe-t�ubend. Nur im ehemaligen Ostblock war es noch ungem�tlicher. Die einzigen G�s-te sind zwei Carabinieri und ein FS-Mann, dessen Nachtzug aus Neapel immer noch nicht eingetroffen ist. Es schneie dort unten, verk�ndet er, man m�sse mit Versp�-tungen rechnen. Resigniert beschlie�t unser Brixner Mitb�rger sich den Tag nicht verderben zu lassen und begibt sich in die sch�ne Bar des Hotel Laurin. Vielleicht trifft er dort sogar den Landesrat f�r Verkehr und Transportwesen, der mit dem Direk-tor der Landesagentur f�r Umweltschutz �ber den Brennerbasistunnel diskutiert. Einm�tig nat�rlich. Er beschlie�t, die beiden dann gleich zu einem �bergreifenden, ganzheitlichen und �kologischen Verkehrskonzept f�r den Transitverkehr und den �ffentlichen Nahverkehr in S�dtirol zu befragen. Aber au�er einer �lteren Signora im Nerz und zwei sonnenbebrillten Armanianz�gen mit gro�em Hund befindet sich um diese Zeit noch keiner unserer Politiker beim Prosecco. Nachdem er alle Zeitungen durchgebl�ttert hat vertieft sich unser Brixner in die auf ungebleichtem �ko-Papier herausgegebenen Mitteilungen des Dachverbandes f�r Natur- und Umweltschutzes. Und dort liest er alles das, was die einheimische Politik im Bunde mit der FS f�r den �ffentlichen Nahverkehr bisher entweder noch nicht wusste, nicht wissen wollte oder bei bestem Wissen umzusetzen vers�umt oder umsetzen zu wollen sich nicht getraut hat.
Intermezzo
Zun�chst erf�hrt unser Brixner Leser aus einem Artikel von Wolfgang Niederhofer, dass in S�dtirol jedes Auto �ber 125 qm Fl�che verf�gt � �ber dreimal soviel wie je-der S�dtiroler an Wohnfl�che. Auf dieser Fl�che steigen Jahr f�r Jahr die gefahrenen Kilometer in immer st�rkeren Autos, in denen mit immer mehr Energieverbrauch durchschnittlich 1,3 Personen mit �ber einer Tonne Blech bewegt werden obwohl jeder wissen m�sste, dass das Erd�l einmal zu Ende geht und die Natur die Auspuff-gase nicht vertr�gt. Einfach mit Schweigen �bergangen werden auch die 50 000 Un-falltoten und 5 Millionen Verletzen in der EU. Hauptursache: Geschwindigkeitswahn und Alkohol. Das Auto sei wesentlich an der CO2 �Belastung und der Klima�nde-rung beteiligt und der motorisierte Individualverkehr zerst�re Landschaft und St�dte mehr als alles andere. Als notwendige Ma�nahmen werden deshalb vorgeschlagen:
- Ausbau des �ffentlichen Verkehrs mit der Bahn als Hauptverkehrsmittel.
- Kostendeckende Beteiligung des Stra�enverkehrs auch an den externen Kos-ten durch h�here Benzinpreise und leistungsabh�ngiger Verkehrsabgabe.
- Keine neuen Stra�enbauprojekte - alle Investitionen in den �ffentlichen Nah-verkehr
- Beendigung der verkehrsverursachenden Zersiedelung und Raumordnungs-planung.
Weiter liest unser Freund in einem Beitrag von Hanspeter Niederkofler, dass der in-dividuelle Stra�enverkehr nur verringert werden k�nne, wenn ein umfassendes An-gebot an �ffentlichen Verkehrsmitteln bestehe und dass S�dtirol geradezu ideale Voraussetzungen daf�r habe. Durch die Lage der Siedlungen �berwiegend in T�lern bei fast 800 Einwohnern/ qkm auf den bewohnbaren Fl�chen bietet sich die Verbin-dung mit der Schiene an. Das ist f�r einen Service in der Fl�che schwierig, wie z.B. in M�nchen und Berlin, die dennoch l�ngst einen Verkehrsverbund besitzen. In S�d-tirol ist die lineare Verbindung geradezu naturgegeben. S�dtirol ist so gesehen ein st�dtischer Raum, der sich entlang weniger hundert Kilometer Verkehrsnetz konzent-riert. Leider wird das maximale Fahrgastpotenzial auf dem gesamten S�dtiroler Bahnnetz nur zu ca. einem Drittel ausgenutzt. Allein mit organisatorischen Ma�nah-men k�nnte es also gelingen dreimal soviel Fahrg�ste wie heute mit der gleichen Ausstattung zu bef�rdern.
Um das zu erreichen m�ssten die Fahrpl�ne vertaktet und die Anschl�sse besser vernetzt werden � also Fahrzeiten in festen und k�rzeren Abst�nden (zur vollen, hal-ben oder Viertel-Stunde) sowie mehr Haltestellen an der Peripherie und kleinen Or-ten. Also nach dem System der S-Bahnen im Verkehrsverbund gro�er St�dte, die ihre Investitionen weniger in den Stra�enbau als in den Ausbau des �ffentlichen Ver-kehrsnetzes gesteckt haben. Hier bestehe f�r S�dtirol erheblicher Nachholbedarf � nicht nur bei der Investition sondern vor allem bei Organisation. Als Ziele gelten:
- K�rzere, h�ufigere und regelm��igere Fahrtzeiten im Taktsystem mit besserer Abstimmung der Anschl�sse.
- Mindestens halbst�ndliche Verbindungen zum n�chsten Hauptort (Bruneck, Sterzing, Brixen, Bozen, Meran, Mals) mit ebenfalls vertakteten, mind. st�ndli-chen �berregionalen Anschl�ssen (nach Trento, Lienz und Innsbruck).
- Erh�hung der Transportkapazit�t, Zuverl�ssigkeit und Bequemlichkeit.
- Bessere Fl�chendeckung durch k�rzere Abst�nde der Haltepunkte.
- Z�ge und Waggons im mobileren S-Bahnsystem (schnelles Anfahren, kurzer Bremsweg) � die veralteten Z�ge der FS sind v�llig ungeeignet!
- Bequeme Mitnahme von Fahrr�dern, Kinderwagen, Rollst�hlen d.h. entspre-chend Platz in den Waggons und bahnsteigebene Zug�nge.
- Komfortables Bahnhofsangebot mit gedeckten und beheizten Wartem�glich-keiten, gepflegten hygienischen Anlagen, Kiosk, Bar, Einkaufsm�glichkeit rund um die Uhr, ausreichend Parkfl�chen f�r Autos, Mofas und Fahrr�der, Halte-stellen f�r Busanschl�sse.
Mit diesen Ma�nahmen, so liest der Brixner Mitb�rger in der Bar Laurin, k�nnte die notwendige Mobilit�t langfristig erhalten werden: effizient - ohne t�gliche Blechlawi-nen mit Staus und Zeitverlusten, �kologisch � ohne Luftverpestung, allgegenw�rtigen L�rm und unn�tiger Energieverschwendung, �konomisch � weil wesentlich preis-g�nstiger f�r den privaten Haushalt, der sich das oder die Autos sparen k�nnte und f�r die �ffentlichkeit, die nicht f�r die externen Kosten des Individualverkehrs auf-kommen m�sste.
Der Mann bl�ttert um und erf�hrt von Erich Huber, der sich mit dem �ffentlichen Nah-verkehr in ganz Europa besch�ftigt hat, als Fazit folgende Forderungen f�r die Orga-nisation des Verkehrs in S�dtirol:
- Getaktete Fahrpl�ne in Abstimmung von Bahn und Bus.
- Gutes Rollmaterial ( bei der Bahn S-Bahnz�ge).
- F�r jedes Dorf entlang der Strecke zumindest Bedarfshaltestellen.
- Ein Tarifsystem das alle Marktsegmente der Kunden abdeckt.
Keiner der genannten Faktoren funktioniere derzeit in S�dtirol. Zwar h�tten sich die Fahrpl�ne auf den Hauptstrecken etwas verbessert, daf�r f�hrt die Bahn wegen auf-gelassener Bahnh�fe an vielen Kunden einfach vorbei. Fahrten �ber die Landes-grenzen � vor allem nach Innsbruck � sind mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. F�r die 120 km von Bozen nach Innsbruck braucht man mit dem Zug gute zwei Stun-den. Durchgehende Regionalz�ge wie z.B. zwischen Innsbruck und Rosenheim, gibt es nicht. Das Rollmaterial ist schwerf�llig, veraltet und weist nicht die Qualit�ten mo-derner Nahverkehrsz�ge auf. Ganz gewaltig aber fehle es beim Tarifsystem: zwar gibt es sehr g�nstige Abos f�r Pendler aber keine Angebote f�r weitere Kundenseg-mente. Hier m�ssten in der Zusammenarbeit der FS, des Landes und der Touris-musorganisationen folgende Angebote eingef�hrt werden:
- Das Bezirksticket (5 �), einmal gekauft und den ganzen Tag in einem abge-grenzten Bereich g�ltig.
- Das S�dtirolticket (10 �), einmal gekauft und den ganzen Tag �berall in S�dti-rol g�ltig.
- Das Euregio-Ticket (15 �) einmal gekauft und den ganzen Tag f�r alle �ffentli-chen Verkehrsmittel in der Euro-Region Tirol (Nord- u. S�dtirol, Trentino) g�l-tig.
- Fahrradmitnahme muss auf allen diesen Tickets kostenlos m�glich sein.
- Kleingruppentickets bis 5 Personen zum gleichen Preis (wieder ein Auto weni-ger auf der Stra�e!)
Anregungen zum konkurrenzlos preiswerten Umstieg auf die Bahn f�nde man auch in Deutschland und �sterreich mit den dort angebotenen Wochenendtickets, den L�ndertickets f�r weite Strecken und Tickets f�r die Regionen. �berall k�nnen dabei nicht nur Einzelpersonen fahren sondern auch Eltern und Gro�eltern mit beliebig viel Kindern unter 15 Jahren und Kleingruppen bis 5 Personen. Unser Brixner liest�s mit Staunen - Ende des Intermezzos.
3.Akt
Zur�ck in den Bahnhof. Dort erf�hrt der Brixner Reisende, da� es in Italien geschneit hat und der EC �Leonardo da Vinci�, vorgesehen f�r 12:31 Uhr, ca. 90 Minuten Ver-sp�tung haben wird. Der Regionalzug um 12:45 Uhr hat - wohl aus Solidarit�t � e-benfalls einen versp�teten Einsatz von 40 Minuten, kommt aber dann �berhaupt nicht. Der 13:31 Uhr angesagte InterRegio aus Bologna wird nach 60-min�tiger Ver-sp�tung auf einem Abstellgleis offenbar f�r den St. Nimmerleinstag eingefroren. Der f�r 14:31 Uhr vorgesehene EC �Michelangelo� aus Rom trifft schlie�lich kurz vor f�nf Uhr ein. Der Brixner findet mit zwei ebenfalls zusteigenden deutschen Damen Zu-flucht im Schaffnerabteil � die Zugbegleiter sind spurlos verschwunden. Schlie�lich taucht nach der Abfahrt doch ein Fahrscheinkontrolleur auf. Beide Damen hatten Karten f�r den Regionalzug von Bozen nach Brixen gekauft (je 3,25 �) und m�ssen nun den EC Zuschlag in H�he von je 1,12 � berappen. Dass sie diesen nun im Zug nachl�sen m�ssen und das nicht am Schalter des Bahnhofes taten als der Regional-zug ausfiel, daf�r muss jede von Ihnen zus�tzlich 8,00 � Bearbeitungsgeb�hr bezah-len. Sie weigern sich emp�rt, der Kontrolleur spricht nur Italienisch, der Brixner dol-metscht. Schlie�lich resignieren die Damen. Der Kontrolleur kann aber auf den 50 � -Schein nicht herausgeben und verschwindet mit dem Geld zum Wechseln. Der Zug h�lt in Brixen, die Damen steigen notgedrungen ohne Wechselgeld aus. Per Zufall erwischt der Brixner den Kontrolleur auf dem Bahnsteig und veranlasst � nun auch mit erhobener Stimme � die Auszahlung der Differenz. Dank und Verabschiedung der Damen. Hin zum Auto. Dort entdeckt der Brixner wegen Parkens au�erhalb er-laubter Fl�chen einen Strafzettel der Stadtpolizei � 33.60 �. Es ist kurz vor 18:00 Uhr. Ein erf�llter Tag!
Nachspiel:
Der Brixner �berschl�gt die Kosten und den Zeitaufwand f�r seinen Bozner Beh�r-dengang, empfindet den ganzen erlebten Stress als Masochismus, den er sich nicht mehr antun muss und beschlie�t k�nftig wieder mit dem Auto zu fahren. Solange jedenfalls, bis er eindeutige Beweise f�r eine politische Strategie einer umfassenden Politik f�r den Nahverkehr erkennen kann.
Dazu will er sich anderntags kundig machen und ruft im B�ro des zust�ndigen Lan-desrates an. Der telefoniert nach Angaben seiner freundlichen Sekret�rin, die aber verspricht, zur�ckzurufen. Eine Woche lang versucht es der Brixner bei den wech-selnden Sekret�rinnen, die alle sehr freundlich sind. Aber, der Landesrat telefoniert entweder oder ist in einer Besprechung oder zu Tisch und dann wieder beim Lan-deshauptmann usw. usw. Am siebten Tag gibt der Brixner schlie�lich auf. Er l�sst sich mit einer ebenfalls sehr freundlichen Sachbearbeiterin f�r den �ffentlichen Ver-kehr verbinden und erf�hrt zu seiner �berraschung, dass eigentlich in letzter Zeit, seit das Land bei der FS ein Mitspracherecht habe, alles doch sehr viel besser ge-worden sei. Also doch kein Satyrspiel sondern eine richtige Trag�die!
Epilog (geh�rt zu einer Trag�die):
Die FS-Mitarbeiter im Bahnhof Brixen sind alle sehr freundlich. Auf die will unser Brixner wirklich nichts kommen lassen. Ehrlich! Er ist �brigens, wie fast alle Brixner, auch sehr freundlich. Vielleicht sogar zu freundlich, sonst w�rde man m�glicherweise nicht so mit ihm umspringen.
Alles nicht so tragisch?
Eine Woche nach der Niederschrift der satyrhaften Beschreibung dieses Trauerspiels kam ein Anruf des vielbesch�ftigten Landesrates. Ein sehr freundliches Gespr�ch. Der Landesrat berichtet vom Entstehen eines Nahverkehrskonzeptes zun�chst f�r das Pustertal im Zusammenhang mit der Diskussion um den Ausbau der Staats-strasse. Dabei wird es um die Verbesserung der Buszubringer an die Pustertalbahn gehen und m�glicherweise um k�rzere Fahrplantakte. Schwierigkeiten bereitet dabei nicht nur die schwerf�llige FS, die mit Nahverkehr so gar nichts am Hut hat sondern auch die mangelnde Bereitschaft der Gemeinden, sich an den Zubringerlinien zu beteiligen, ausreichende Parkfl�chen bereitzustellen und f�r ordentliche Bahnh�fe zu sorgen.
Gleichzeitig sei ein schl�ssiges Verkehrskonzept f�r den Vinschgau im entstehen. Die neue Vinschgauerbahn l�uft unter der Regie des Landes und bereitet deshalb keine Schwierigkeiten, nach einer Probephase sei daran gedacht in k�rzeren Ab-st�nden zu fahren. Aber � wieder sind es die Gemeinden, die nur schwer zu einem gemeinsamen System der Zubringerdienste finden und mit der Nutzung der ihnen �berlassenen Bahnh�fe so gar nichts anfangen k�nnen. Leuchtende Ausnahme ist u.a. Naturns unter seinem kooperativen B�rgermeister.
Und dann, sagte der Landesrat, werden wir uns der �brigen Bereiche annehmen so dass wir in einem Zeitraum von zwei arbeitsintensiven Jahren ein Gesamtkonzept f�r den �ffentlichen Nahverkehr vorlegen k�nnen.
Gut � denkt sich der Brixner, bis dahin wird mein alter Golf noch halten. Danach wird dann bequem Verbundgefahren. Hoffentlich.
Andreas Gottlieb Hempel�
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