Am 1. J�nner 2005 trat in Italien und S�dtirol das Landesgesetz zum Schutz der Gesundheit der Nichtraucher in Kraft. Erg�nzt wurde es durch ein Dekret des Landeshauptmanns mit Durchf�hrungsbestimmungen. Die Nichtraucher werden seitdem umfassend gesch�tzt � wer aber tut etwas zum Schutze der Raucher?
Wer in diesen Wochen einmal nach �Dr�ben� f�hrt oder nach �Drau�en�, also nach �ster-reich oder Deutschland, vielleicht sogar mit dem Zug statt mit dem Auto, der wird schon im �SB-Speisewagen merken, dass er angequalmt wird, ganz zu schweigen von der Marlboro-Rauch-Kampftruppe im Bistro-Abteil der DB, die sich unter gr�lendem Lachen an ihren �Warsteiner�-Biergl�sern festh�lt. Eine Luft zum Schneiden, die uns hier im Lande der ge-sch�tzten Nichtraucher seit einem Jahr erspart geblieben ist. Ein erstaunlicher Wandel, vor allem im Hinblick darauf, was die Einhaltung dieses Gesetzes in einem Lande betrifft, in dem Vorschriften gew�hnlich nicht so genau befolgt werden. Seit der Einf�hrung des Gesetzes ist der Zigarettenverbrauch um 27 % gesunken. Viele Raucher haben das Rauchverbot in �f-fentlichen R�umen zum Anlass genommen endlich selbst mit dem Rauchen aufzuh�ren. Selbst bei unfreundlicher Witterung stehen die Unentwegten vor den T�ren der Restaurants und Bars um mehr oder weniger verstohlen schnell ein Zigarettchen abzurauchen � das macht dann meist einen mehr oder weniger ungem�tlichen und gestressten Eindruck. Von der angeblichen Entspannung beim Rauchen ist unter den missbilligenden Blicken der Pas-santen nicht viel geblieben. Wer noch raucht, riskiert in die Reihe willensschwacher S�chti-ger eingeordnet zu werden. Da kann es einem schon vergehen.
Rauchen ist nur sch�dlich!
Es ist bekannt, dass bei der Zigarettenherstellung bis zu 600 verschiedene Zusatzstoffe ver-wendet werden um die Suchtabh�ngigkeit zu verst�rken. Wer je �richtig� geraucht hat, wei� wie leicht der Vorsatz ist, damit wieder aufzuh�ren und wie unendlich schwer er durchzuhal-ten ist. Diejenigen, die bereits fr�h mit dem Rauchen angefangen haben, kommen besonders schwer davon weg. Beim Heranwachsenden ist das Molekulargef�ge des K�rpers noch viel weicher und aufnahmef�higer f�r das nervensch�digende Nikotin. Die Giftstoffe k�nnen beim jungen Menschen viel tiefer und nachhaltiger in das Zellgef�ge eindringen und sind entspre-chend schwieriger wieder loszuwerden. Die Entw�hnung f�llt also noch schwerer. Nachdem Rauchen nun nicht mehr als schick und weltoffen gilt und auch sonst nur Nachteile damit verbunden sind - von der Diskriminierung als willensschwacher S�chtiger bis zur Verban-nung zum Rauchen bei Eisesk�lte auf dem Balkon � fragt sich der zum Aufh�ren entschlos-sene Raucher, welche Vorteile ihm nun der Verzicht auf die stinkigen Glimmstengl bringt. Wenn man mit dem Rauchen aufh�rt geschieht folgendes:
Einige Gr�nde f�rs Aufh�ren
20 Minuten nach der letzten Zigarette gleichen sich Herzfrequenz und K�rpertemperatur de-nen eines Nichtrauchers an.
8 Stunden danach erreicht die Kohlenmonoxid-Konzentration im Blut wieder den Normalwert
nach zwei Tagen beginnt sich der Geruchs- und Geschmackssinn zu verfeinern
1-9 Monate dauert es bis die Hustenanf�lle und die Kurzatmigkeit nachl�sst und sich die Lungenkapazit�t um ein Drittel erh�ht
nach einem Jahr ist das Risiko zur Erkrankung der Herzkranzgef��e nur noch halb so hoch
f�nf Jahre vergehen bis sich das Lungenkrebsrisiko halbiert hat
und nach zehn Jahren entspricht es fast dem eines Menschen der nie geraucht hat
f�nfzehn Jahre nach dem Aufh�ren ist das Herzinfarkt-Risiko schlie�lich auf den Normalwert gesunken � vielleicht lebt mancher gar nicht mehr solange!
Mehr Geld im Portemonnaie, denn wer t�glich ein P�ckchen Zigaretten kauft, gibt derzeit 1.130 Euro im Jahr aus.
Nur das Aufh�ren ist so schwierig!
Das sind schlagende Argumente, die manchen Raucher zum Verzicht bewegen. Aber bereits nach 6 Wochen der Enthaltsamkeit mit st�ndig schlechter Laune und Nervosit�t wird er r�ck-f�llig. Eine Niederlage. Er braucht moralische Aufr�stung, geht in den Buchladen und kauft sich B�cher dar�ber, wie man es schaffen k�nnte. Wieder vergehen sechs Wochen, in de-nen unser Raucher seine Umwelt nervt und die B�cher der ehemals rauchenden Erfolgsau-toren liest. Leider wird er wieder r�ckf�llig. Er sch�mt sich und sucht Hilfe. In seinem PC fin-det er schlie�lich unter www.provinz.bz.it/rauchen die richtige Website zur Information �ber Raucherentw�hnungsdienste. Zun�chst liest er dort, was er nach all den vergeblichen Ver-suchen, das Rauchen aufzugeben, sowieso schon wusste, �ber die Suchtabh�ngigkeit, die �ber das Gehirn durch das Nikotin und andere Zugabestoffe verursacht wird, �ber die Sch�-digung von Kreislauf, Lunge, Immunsystem, Haut und Portemonnaie. Er findet aber auch in Brixen Anlaufstellen zur Beratung bei der Entw�hnung:
Wo geholfen wird
Pneumologische Dienste in der Dantestr. 52, Tel.0472/813090
Dienste f�r Abh�ngigkeitserkrankungen, Dantestr. 26, Tel. 0472/835695
Beides sind Dienststellen der Autonomen Provinz Bozen/ Amt f�r Gesundheitswesen.
Der Kontakt mit der Dienststelle f�r Abh�ngigkeitserkrankungen ergibt, dass dort in der Ma-terie erfahrene �rzte und Psychiater sich der Patienten bereits seit vier Jahren fachkundig annehmen. Angeboten werden deutschsprachige Kurse in Gruppen. Die Gruppen treffen sich ein bis zweimal pro Woche, insgesamt zehn Mal, unter der Leitung von �rzten, Psycho-logen und Krankenpflegern. Auf Wunsch gibt es nat�rlich auch Einzelberatungsgespr�che. Die Psychologin, Frau Dr. Mayr, berichtet, dass fast alle Teilnehmer in der Selbstentw�h-nung gescheitert waren und nun im Erfahrungsaustausch mit anderen �hnlich Betroffenen eine wirkliche Hilfe und gegenseitige Motivation erfahren, die durchaus zum Erfolg f�hren kann. Dr. Schlim, der betreuende Arzt schr�nkt allerdings ein, dass alle S�chte zum R�ckfall f�hren k�nnen und dass nur der feste Wille zur �berwindung der Abh�ngigkeit letztlich zum Erfolg f�hrt. Bisher sind die Gruppen noch sehr klein, da offenbar nur diejenigen sich in der gemeinschaftlichen Betreuung Hilfe erwarten, die bereits in der Selbstentw�hnung r�ckf�llig wurden. Vielleicht ist aber dieses Angebot der Abteilung Gesundheitswesen der Autonomen Provinz S�dtirol einfach noch nicht bekannt genug! Die dort angebotenen Betreuungs- und Beratungsleistungen k�nnen von allen bediensteten und vertragsgebundenen �rzten des Landesgesundheitsdienstes verschrieben werden und werden bis zu einer bestimmten H�he erstattet werden. F�r Jugendliche unter 18 Jahren ist die Behandlung kostenlos.
Also Raucher � noch mal zum Mitschreiben: www.provinz.bz.it/rauchen
Andreas Gottlieb Hempel
(924 W�rter / 6 590 Zeichen)