Wie k�nnte Stufels besser an die Altstadt Brixen angebunden werden? Dieser Frage ging der junge Brixner Architekt Arthur Pichler nach und pr�sentierte einen �berra-schenden Vorschlag, der zum Denken anregen soll.
Stufels ist zwar der �lteste Teil Brixens, f�hrt aber trotz der malerischen Schutzen-gelgasse ein Schattendasein neben der viel besuchten Altstadt. Das mag vielerlei Gr�nde haben: da ist zun�chst die Schwelle �ber die h�her gelegene Adlerbr�cke zu �berwinden und wer dort angelangt ist, schaut zwar interessiert in die Fluten des
Eisack, sieht aber den Verkehr aus den Rappanlagen in die Cesare-Battisti-Stra�e rauschen und folgert daraus, dass hier die Altstadt mit ihrer sch�nen Fu�g�ngerzone beendet ist. Also umkehren! Wer trotzdem weiterspaziert, holpert �ber einen be-schwerlichen Bodenbelag durch eine ziemlich ver�dete Gasse und findet keinen
attraktiven Rundweg in die Altstadt zur�ck. Sowohl die Rappanlagen und die
Widmannbr�cke als auch die Runggadgasse werden vom Autoverkehr gest�rt. Auch am Abend funzelt Stufels tr�be vor sich hin, w�hrend die Altstadt im Licht erstrahlt. Die Folge: attraktive Gesch�fte siedeln sich nicht in der Schutzengelgasse an, ein paar unentwegte Alteingesessene k�mpfen ums �berleben und Newcomer schlie�en bald wieder. Das hat Stufels mit seiner Geschichte, seinen sch�nen
Fassaden und der romantischen Atmosph�re in der altst�dtischen Raumfolge eigent-lich nicht verdient.
Lange Zeit war sie bauf�llig, nun wurde die Adlerbr�cke renoviert, sehr sch�n wurden die schlanken tragenden Bauteile aus Stahl herausgearbeitet.
Dennoch bildet der Br�cken�bergang zwischen den Hotels �Goldener Adler� und �Gr�nen Baum� gewisserma�en ein �Loch� im r�umlichen Stadtgef�ge, fand Architekt Arthur Pichler. Ein Loch, das unter anderem Grund f�r die funktionale Abtrennung Stufels� von der �brigen Altstadt ist und das es zu f�llen g�lte. Dazu entwarf er auf eine Idee seines Kollegen Rudolf Unterrichter hin aus Begeisterung f�r die Situation und auf eigene Kosten Pl�ne f�r die Begleitung der Br�cke mit L�den - nach dem Vorbild des Ponte Vecchio in Florenz oder der Rialto Br�cke in Venedig. Pichler geht sogar soweit, diese Br�ckenbauten, die sich rechts und links der Fu�wegsteige der Adlerbr�cke anschlie�en sollen, zweigeschossig vorzusehen. Eine Fotomontage zeigt, dass sich tats�chlich ein geschlossener Stra�enraum zwischen Adlerbr�cken-gasse und Stufels ergibt, der zumindest optisch eine enge Verbindung beider Stadt-bereiche herstellt und auch funktional in eine dann mit Gesch�ften wohl ebenfalls belebtere Schutzengelgasse �berleiten k�nnte.
Der Planer selbst betont, dass es sich bei seinem Vorschlag nur um einen Denkan-sto� handelt und um keine definitive architektonische L�sung. Ein Vorschlag, der bereits bei der ersten Anfrage von der Abteilung f�r Wasserschutzbauten des Landes abgelehnt worden ist. Dennoch w�rde es sich lohnen, weiter dar�ber nachzudenken. Es w�re durchaus zu �berlegen, ob nicht zun�chst einmal eingeschossige tempor�re Bauten in Leichtbauweise rechts und links der Br�cke angeh�ngt werden k�nnten, etwa in der Art von Zeltkonstruktionen f�r Floh- oder
Wochenmarktnutzung, ganz locker und provisorisch, mit Durchblicken auf den Fluss in der Mitte. Oder so �hnlich. Wenn das vom Amt f�r Wasserschutzbauten angef�hr-te Hochwasser mit einem Pegelstand des Eisackwassers von 50 Zentimeter �ber der Adlerbr�cke Wirklichkeit w�rde, dann st�nde die gesamte Brixner Altstadt unter Wasser und nicht nur die Bauten an der Br�cke h�tten nasse F��e, sondern so ziemlich alle Brixner. Wer kann sich eigentlich an ein solches Hochwasser in den letzten 30 Jahren erinnern? Stufels aus seinem Dornr�schenschlaf zu wecken w�re weitere �berlegungen zusammen mit der Gemeinde durchaus wert.