Worte k�nnen ganz sch�n verr�terisch sein: Der Brixner Stadtrat Franz Stockner sagt zum geplanten Hotelbau auf den Kojawiesen, es sei zwar noch gar nichts be-schlossen, aber in zwei bis drei Jahren k�nnte das 200 Betten-Luxus-Wellness-Hotel der Gr�dner Br�der Sanoner schon stehen. Wir gratulieren zu einer derart kurzen Bauzeit! Aber wahrscheinlich liegen die Pl�ne wie �blich schon l�ngst in der Schub-lade. So verschlafen wie es Stockner hinstellt scheint St. Andr� nun doch nicht zu sein. Vielleicht nur beschaulich, denn die einmalig sch�ne Mittelgebirgslandschaft zwischen Karnol, St. Andr�, Mellaun und Klerant mit den kunsthistorisch wertvollen gotischen Kirchen in den noch weitgehend intakten Streusiedlungen ist bislang von den �blichen Hotelk�sten im Alpinkitsch verschont geblieben. Daf�r besteht eine ei-gene lebendige Gastlichkeit mit kleinen Hotels und Ferienapartments mit G�sten die gerade deren pers�nliche Atmosph�re inmitten einer noch nicht mit Gro�bauten, G�steanimation, Wellness und Events ungest�rten Landschaft. Hier ist S�dtirol noch �Wellness� genug. Es fehlt nicht an gepflegten Wanderwegen, der Verkehr ist noch ertr�glich und f�r die Skifahrer gibt es die Plose. Die mangelhafte Auslastung der Seilbahn wird jedoch beklagt und Hotelbetten gefordert, die dann aber direkt an der Talstation liegen sollten und nicht kilometerweit davon entfernt, damit die G�ste wie-der mit den Autos anfahren m�ssen. Stadtrat Stockner ist schon mal f�r den giganti-schen Hotelneubau wenn es keine Argumente dagegen g�be � aber bitte, welche Argumente gibt es denn derzeit daf�r? Noch arbeitet Brixen an seinem Leitbild, das auch die Zukunft der Plose umfassen soll. Wie wird die im Zeitalter der Klimaerw�r-mung und des ausbleibenden Schnees aussehen? Welche anderen touristischen Konzepte werden angeboten damit ausreichend G�ste kommen? Alles Planungs- und Marketinggrundlagen, die f�r die Entscheidung f�r so eine gro�e Hotelanlage erst einmal vorliegen m�ssten. Erst dann kann verantwortungsvoll geplant werden ohne die bestehenden nicht immer gut ausgelasteten Gastbetriebe einer gnadenlo-sen Konkurrenz auszusetzen und die bisherige G�steschicht zu vertreiben � die kommen n�mlich weil es da oben noch so beschaulich ist.
Andreas Gottlieb Hempel