�Stadtmarketing� lautet heute das Zauberwort, wenn die Strategen f�r Wirtschaft, Tourismus und Kultur ihre Stadt im Ranking f�r die Beliebteste ganz nach vorne brin-gen wollen. Bozen ist da auf der Skala gerade vom ersten auf einen unkomfortablen sechsten Platz in Italien abgerutscht. Aber es geht um mehr.
Es geht um K�pfe. In erster Linie um junge, dynamische, kreative K�pfe, die es ver-stehen ihre Zukunft zu gestalten. Das tun sie am liebsten in St�dten wo es neben zukunftsf�higer, gut bezahlter Arbeit auch noch alle anderen Annehmlichkeiten gibt: Kinderg�rten und gute Schulen, ein lebendiges Universit�tsleben, Kulturangebote vom Theater bis zu Museen, Spitzenrestaurants, ein gepflegtes Stadtbild mit fahrver-kehrsfreier Innenstadt, kurze Wege in eine intakte Landschaft mit viel Sonnenschein und insgesamt eine lebendige, weltoffene Atmosph�re, die viel Abwechslung und Attraktion verspricht. Nur Arbeiten � das ist eben nicht alles. �hnliches geht in den K�pfen der Touristen vor. St�dtereisen sind in, aber nicht in dumpfe Provinzst�dte! Welche Namen fallen uns in diesem Zusammenhang in S�dtirol ein? Nat�rlich Bo-zen, Meran und Brixen. Bisher haben sich diese drei im Stadtmarketing Konkurrenz gemacht. Aber dazu liegen sie zu nahe beieinander um alle das gleiche anbieten zu k�nnen. Synergien sind also n�tig um aus drei parallelen Angeboten in jeweils nur einer Stadt ein richtiges Highlight zu machen. Eine sch�ne Altstadt haben alle drei. Aber nicht alle brauchen ein Theater, eine Universit�t, alle weiterf�hrenden Schulen, Erlebnisb�der und die gleichen Events vom Jazzfestival bis zur internationalen Wein-verkostung. Weil man sich dabei nur gegenseitig die besten K�pfe wegnimmt, auch unter den Touristen, die gew�hnlich im Jahr nur einmal an einen Ort kommen.
Aus diesem Grund haben sich die drei St�dte Bozen, Meran und Brixen zusammen-geschlossen um ein gemeinsames, konkurrenzfreies Stadtmarketing zu betreiben. Mit der Grundlagenforschung haben sie die EURAC beauftragt, die im Juli eine �f-fentliche Fachtagung dazu in Brixen veranstaltete. Zu Wort kamen Repr�sentanten von St�dten wie Regensburg, Ravensburg oder Lienz, die schon sehr positive Erfah-rungen mit Stadtmarketing sammeln konnten. Erfahrungen, die nicht nur den Touris-ten sondern vor allem den Einwohnern ihrer St�dte zugute gekommen sind. Ver-kehrsberuhigung, immer wiederkehrende kulturelle Veranstaltungen hoher Qualit�t, Verbesserung des gesch�ftlichen Angebotes und Angebote an junge intelligente Menschen, die ja die Zukunft einer Stadt im Zeitalter der allgemeinen Vergreisung sein werden. Und: die Arbeit wird mit Geldern der Europ�ischen Union gef�rdert. Nur zu!
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