Neue Gesichter im Bezirksrat und Sinn und Unsinn von Schallschutzw�nden
Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal hatte zur ersten Sitzung des Bezirksrates im neuen Jahr am 18. Januar 2008 dringlich eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Vervollst�ndigung des Bezirksrates mit der �berpr�fung der W�hlbarkeitsvorraussetzung der neuernannten Bezirksratsmitglieder. Durch die Koalitionsvereinbarung nach der letzten Gemeinderatswahl in Brixen waren nach zweieinhalb Jahren Amtszeit Claudio del Piero und Georg Mayrhofer als Vizepr�sidenten zur�ckgetreten. Als deren Nachfolger in diesen �mtern sind von der Gemeinde Brixen Francesco Bertoldi und Josef Unterrainer vorgeschlagen worden. Beide stellten sich vor und wurden in den Bezirksausschuss berufen. Bezirksrat Klaus Vontavon stellte dazu den Antrag, der Bezirksrat m�ge sich noch in dieser Legislaturperiode damit besch�ftigen, ob die Bezirksgemeinschaft wirklich zwei Vizepr�sidenten ben�tige, andere Bezirksgemeinschaften S�dtirols h�tten je-weils nur einen Vizepr�sidenten. Pr�sident Dr. Arthur Scheidle stellte fest, das da-durch keine Mehrkosten entst�nden, da die Vizepr�sidenten sich die Aufwandsent-sch�digung teilen, sagte aber zu, diese Frage in einer der kommenden Sitzungen zu diskutieren. Wegen der Neuwahlen in der Gemeinde Natz-Schabs wurden Assessor Johann Huber und Vizeb�rgermeister Florian Gasser in den Bezirksausschuss berufen. Der neue B�rgermeister Peter Gasser wurde neues Mitglied im Bezirksrat. Nach diesen personellen Ver�nderungen sind die Aufgabenbereiche im Bezirksausschuss wie folgt verteilt:
Pr�sident Dr. Arthur Scheidle Wirtschaft / Zivilschutz / Sanit�tswesen / Interne Verwaltung / Personal / Interregionale Zusammenarbeit
Vizepr�sident Josef Unterrainer Abfallwirtschaft / Abwasserwirtschaft / Technischer Bereich / Verkehr Josef Unterrainer leitet auch die Verkehrskommission Eisacktal � Wipptal
Vizepr�sident Francesco Bertoldi Finanzen / Verm�gen / �bergemeindliche Dienste / EDV (neuer Bereich!)
Christine Psaier Kofler Sozialdienste / Jugend / Frauen / Familien / Senioren
Dr. Franz Gruber Schule / Kultur / Energie
Dr. Wilhelm �berbacher Landschaftsschutz / Fahrradwege / Wanderwege
Johann Huber Regionalentwicklung / Raumordnung / �ffentliche Arbeiten / Sport Johann Ferdinand Gasser Land- u. Forstwirtschaft / Viehwirtschaft / Trinkwasserversorgung
Die neuen Mitglieder im Bezirksrat, die alle langj�hrige Erfahrungen in der Veraltung und Gemeindepolitik haben, stellten sich kurz vor und sicherten den Bezirksr�ten ihren engagierten Arbeitseinsatz zu.
Im Anschluss an die Einsetzung der neuen Bezirksrats und Bezirksausschussmitg-lieder fand ein Vortrag von Dr. Ing. Georg Pichler, Amtsdirektor des Amtes f�r Luft und L�rm der Landesagentur f�r Umwelt zum Thema � L�rmschutzma�nahmen im Eisacktal� statt. Pr�sident Dr. Arthur Scheidle begr�ndete die Aktualit�t des Themas mit dem Hinweis auf f�nf im Bau befindliche L�rmschutzma�nahmen rund um Klausen, zwei an der Brenner-Staatsstra�e, eine an der Stra�e ins Gr�dnertal und zwei im Bereich der Gleisk�rper der Eisenbahnstrecke. � Dr. Pichler leitete seinen Vortrag mit der Darstellung von einigen schalltechnischen Grundlagen ein. Interessant waren dabei die Grenzen zur gesundheitlichen Sch�digung durch Schall, der bis zur irreversiblen L�rmschwerh�rigkeit und zu erh�hter Anf�lligkeit f�r Herzinfarkte f�hren kann. Ger�usche wie von z.B. einem Wasserfall, der die gleiche Intensit�t wie eine Autobahn haben kann, werden dabei individuell ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Die L�rmschutzwerte im Bereich der Eisenbahn werden in S�dtirol grunds�tzlich �berschritten. Deshalb ist die S�dtiroler Landesregierung mit der Italienischen Staatsbahn FS �bereingekommen mit einem Betrag von 12 Mio. � etwa acht Kilome-ter Schallschutzw�nde entlang der Brennerbahn zu errichten. Betroffen sind die Orte Kurtinig, Leifers, Klausen, Brixen, Franzensfeste, Sterzing und Brenner. Anhand von L�rmuntersuchungen wies Dr. Pichler nach, dass durch Schallschutz-w�nde die L�rmst�rungen im Bereich der Erdgeschosszonen der an die Bahnlinie angrenzenden Geb�ude deutlich reduziert werden k�nnen. Bereits ab dem ersten Stockwerk verschlechtern sich die D�mmwerte drastisch und sobald die Schallquelle optisch wahrgenommen werden kann ist von einer L�rmminderung nicht mehr die Rede. Vor allem lassen sich die L�rmemissionen an den Talh�ngen wie im Eisacktal �berhaupt nicht durch L�rmschutzw�nde mildern. In der anschlie�enden Diskussion werteten die Ratsmitglieder die Wirksamkeit von Schallschutzw�nden als eher negativ und setzten sich daf�r ein, dass der L�rm an der Schallquelle, n�mlich dem Rollmaterial, wirkungsvoll bek�mpft werden m�sse. Holzschwellen und gleichm��ig eingefahrene Geleise vermindern den L�rm erheb-lich. Die FS benutzt vor allem bei G�terz�gen Rollmaterial, dass durch die Radbremsen ungleichm��ig ausgewuchtete Radreifen aufweist, welche der Hauptgrund f�r L�rmentstehung sind. Neue Waggons (z.B. Vinschgaubahn) haben Scheibenbremsen, welche den ruhigen Lauf der R�der nicht beeintr�chtigen. Die Umr�stung alter Waggons auf diese Technik kostet etwa 4.000.- �/Waggon. Diese Ma�nahmen erschienen den Ratsmietgliedern bei weitem sinnvoller als die wenig wirksamen hohen Ausgaben f�r die auch �sthetisch in der Landschaft S�dtirols zweifelhaften Schallschutzw�nde. Einm�tig wurde dazu aufgefordert politische Ma�nahmen zu ergreifen um die FS dazu zu bringen, ihre Z�ge mit fortschrittlicher Technik auszur�sten.
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