Mittwoch, 11.06.2008 | Nachgefragt - Bahnh�fe Brixen und Grasstein

Brixner 4/2008 2
F�nf Bahnh�fe am der Hauptachse Brenner sind dem Land S�dtirol �bergeben worden. Der Bahnhof Brixen ist �berraschenderweise nicht dabei. Wir fragten Landesrat Dr. Thomas Widmann.

Herr Landesrat, warum wurde der Bahnhof Brixen nicht �bergeben?
Zun�chst schien alles ganz aussichtslos: auf keinen Fall werde man � so die RFI (Rete Ferroviaria Italiana), in deren Verf�gung Schienennetz und Bahnh�fe der Italienischen Staatsbahnen stehen - Bahnh�fe entlang der Strecken mit internationalem Zugverkehr aus der Hand geben. Bisher wurden aber bereits 26 Bahnh�fe von der RFI an das Land �bergeben und anschlie�end der jeweiligen Gemeinde zur Nutzung �bereignet damit die allf�lligen Investitionen f�r Verbesserungen vor Ort nach Bedarf vorgenommen werden k�nnen.

W�rde das Land den Bahnhof Brixen der Gemeinde �berlassen?
Ja, nat�rlich. Die Gemeinde Brixen ist bereit, den Bahnhof zu �bernehmen und zu unterhalten. Dar�ber w�rden sich wohl auch die Brixner Pendler freuen, deren Bahnhofskomfort derzeit v�llig unzureichend ist.

Glauben Sie, dass weitere Verhandlungen zum Erfolg auch f�r Brixen f�hren?
Ich habe bisher dar�ber vergeblich Verhandlungen mit der RFI gef�hrt. Nun ist aber Bewegung in die Angelegenheit gekommen und f�nf Bahnh�fe, darunter Sterzing, Klausen und Waidbruck, wurden dem Land �bergeben. Aber Brixen nicht. Warum? Vom Eisenbahnchef Martinotti kam die �bliche Erkl�rung, dass Brixen zentral an einer internationalen Linie l�ge. Ich bin aber optimistisch und werde weiter verhandeln. Es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, dass auch der Brixner Bahnhof abgegeben wird. Denn: die FS und RFI sind in hoch verschuldet und �ber jeden Bahnhof froh, den sie los werden.

Vor zwei Jahren wurde der G�terbahnhof Brixen geschlossen. F�r Brixen bestimmte Frachtg�ter werden seitdem mit Lastwagen angeliefert. Die Gewerbebetriebe haben gegen diese Erschwernis protestiert.

Herr Landesrat, warum wurde die Schienenfracht f�r Brixen ersatzlos gestrichen?
Wegen der desolaten Finanzsituation der Italienischen Staatsbahnen wurde der G�terbahnhof Brixen stillgelegt. Fl�chen und Geleise h�tte es zum weiteren Betrieb genug gegeben, sogar die h�lzerne Lagerhalle aus der Bauzeit der Brennerbahn von 1867 ist noch unver�ndert erhalten. Investitionen waren aber von RFI f�r den Erhalt des Frachtbahnhofes nicht zu erwarten.

Welche M�glichkeiten f�r den Frachtverkehr auf der Schiene gibt es f�r das Eisacktal?
Inzwischen wurde der aufgelassene Bahnhof in Grasstein von der RFI dem Land S�dtirol �bergeben. Dort liegen zw�lf Geleise nebeneinander von denen zehn allm�hlich von Gras �berwuchert werden. Grasstein war wegen des Granitbruches schon im 19. Jh. einer der wichtigsten Frachtbahnh�fe der Brennerbahn. In den 1960er Jahren wurde er nach der Stillegung der Granitbr�che ein bedeutender Umschlagplatz f�r Viehtransporte nach Bayern. Auch diese Transporte wurden auf die Stra�e verlegt und seitdem d�mmert die gro�e Anlage vor sich hin. Nun soll sie wiederbelebt werden.

Wie soll das geschehen?
Das Land hat den Bahnhof zur Pacht ausgeschrieben und vergeben. Die Planungen f�r einen Frachtbahnhof sollen noch in diesen Wochen fertiggestellt und zur Konventionierung vorgelegt werden. Die neue zentral gelegene Anlage wird k�nftig als G�terumschlagbahnhof f�r das Wipptal, das Eisacktal und das Pustertal dienen, von der aus die Fracht mit Kurzstreckentransportern ausgeliefert werden.

Andreas Gottlieb Hempel



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Andreas Gottlieb Hempel
Prof. Dipl.-Ing. Architekt & Publizist
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