Alte Wege neu begehen
Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal hat die Errichtung von Themenwegen in ihr Jahresprogramm 2008 aufgenommen. Im harten Konkurrenzkampf der Ferienregionen kann heute nur noch das Besondere neue und andere G�ste anziehen. Dazu geh�rt der �sanfte Tourismus.� Die Themenwege sollen in diesem Sinn zu den Spuren aus fr�hgeschichtlicher Zeit im Eisacktal f�hren.
Das Eisacktal geh�rt zu den �ltesten Siedlungsgebieten im Alpenraum. Rund 7000 Jahre alt sind die Funde von Silex-Klingen, die man den J�gern aus grauer Vorzeit zuschreibt, lange bevor die Menschen auf der Hochebene von Natz-Schabs und im Mittelgebirge unter der Plose sesshaft wurden (Laugener und Mellauner Kultur). Erst als die R�mer um 15 v.C. unter dem Feldherrn Drusus die im Eisacktal ans�ssigen R�ter unterwarfen um einen sicheren Heeresweg nach Norden �ber den Brenner nach Germanien anzulegen, verf�gen wir �ber schriftliche Zeugnisse der Region. Sp�ter, im Mittelalter, wurde das Eisacktal Schauplatz von �ber sechzig Heeresz�gen der Deutschen Kaiser, die zur traditionellen Kr�nung durch den Pabst nach Rom zogen. Die Sicherung dieser Route wurde den Bisch�fen von Brixen und Trient mit ausgedehnten Lehen im Eisacktal �bertragen. Pilger, Krieger, Kaufleute, Maler, Baumeister und Handwerker zogen durch das Tal. Vor allem die K�nstler und Architekten hinterlie�en gro�artige Zeugnisse gotischer und barocker Baukultur im Eisacktal, dessen Thema immer die verbindenden Wege und die Gastlichkeit gegen�ber den Fremden war.
Diese Kultur der alten Wege neu zu beleben hat sich die Bezirksgemeinschaft Eisacktal zusammen mit den betroffenen Gemeinden zur Aufgabe gemacht. Damit werden aber auch neue Wege im Tourismus eingeschlagen. Statt dem �berbordenden motorisierten Verkehr soll den G�sten eine �sanfte� Alternative angeboten werden, die zu einer neuen Kultur im Tourismus f�r jene werden kann, die individuell Ruhe und das Besondere suchen.
In einem sich �ber mehrere Jahre erstreckenden Projekt sollen rund zehn Themenwege geschaffen werden, die zu den Zeugen der Vergangenheit im Eisacktal f�hren. Diese Wege sollen �berwiegend nicht neu angelegt werden sondern historische Wegef�hrungen aufnehmen, die zum Teil im Verfall begriffen sind und zusammen mit Trockenmauern und anderen Merkmalen der Kulturlandschaft reaktiviert werden k�nnen. Neben der �berregionalen Aufmerksamkeit, die dabei f�r die Geschichte und Kultur des Eisacktales erreicht werden soll wird aus diesen Ma�nahmen ein wirtschaftlicher Nutzen aus dem Tourismus entstehen.
F�r die zehn geplanten Themenwege bestehen folgende Vorschl�ge:
- Rundweg beim Biotop Raier Moos (Besiedlungsgeschichte und Lebensr�ume)
- Rundweg Elvas�Laugen (Laugener Kultur, Wald und Landwirtschaft)
- Pinazweg Brixen-Elvas (Alte Wege, Trockenmauern, Wasserf�hrung)
- Natz-Schabs-L�sen-Rodeneck-Viums (Rienzschlucht, Geologie, Kultur)
- Natz-Schabs-Rodeneck-M�hlbach (E-Wirtschaft, Kulturgeschichte)
- Albeins-Teis (Urpfarre Albeins, Teiser Kugeln)
- Albeins-Milland (Mellauner Kultur, Arch�ologie)
- Pfeffersberg-Sieben Kirchen-Weinweg (Kultur, Weinbau)
- Franzensfeste- Vahrn-Brixen (Geschichte, Geologie, Lebensr�ume)
- Brixen-Karlspromenade (Kreuzweg, Rienzschlucht, Andreas Hofer Br�cke)
Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal hat unter der Projektleitung des Referenten im Bezirksausschuss, Dr. Wilhelm �berbacher, den Biologen Leo Unterholzner mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Mit den f�nf betroffenen Gemeinden Brixen, Natz-Schabs, L�sen, Rodeneck und M�hlbach fanden Ortsbegehungen und Aussprachen statt.. F�r eine sinnvolle Vernetzung der Wegef�hrungen werden zwei gr��ere Bauvorhaben notwendig:
-�Der rechte Eisackuferweg soll mit dem Wegenetz f�r Radfahrer und Fu�g�nger im Gebiet des Pfeffersberg �ber eine Unterf�hrung der Staatsstra�e verbunden werden. -�Die Karlspromenade von Milland �ber Stufels soll durch die Rienzschlucht bis nach M�hlbach verl�ngert werden. Dazu ist eine neue H�ngebr�cke an der Stelle geplant wo bereits fr�her in der �Hachl� die Andreas Hofer Br�cke bestand
F�r beide Ma�nahmen sind Investitionskosten von etwa 500.000 Euro eingeplant.
Einen bedeutenden Raum muss die �ffentlichkeitsarbeit zur Einf�hrung der Themenwege einnehmen. Sie soll begleitet werden von interessanten Angeboten und Initiativen zusammen mit Partnern wie Bauernbund, Tourismusverband, Alpenverein, Heimatpflegeverband, den gepr�ften Wanderf�hrern und kulturellen Einrichtungen um bei der einheimischen Bev�lkerung und den G�sten das Verst�ndnis f�r die Geschichte, die Kultur, die Landschaft und Gastlichkeit des Eisacktales zu wecken und damit eine neue Lebens- und Tourismuskultur als das Besondere unserer Talschaft anzubieten.
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