Friedhofserweiterung Brixen-Milland an der Kirche Maria im Sand
Alternative �berlegungen zu einer �berzogenen Planung
Als vor etwa eineinhalb Jahren die Friedhofsplanung Milland Planreife erlangt hatte, machte ich mit Frau Dr. Baumgartner und Gemeinderat Franz Pisoni eine Ortsbegehung. Wir verglichen die wirkliche Situation mit dem geplanten Vorhaben und stellten fest, dass es sich hier um eine �berzogene Planung handelte � sowohl von den Fl�chen als auch von den Funktionen. Die Zufahrt war �ber den Platschweg �hnlich der jetzt begonnenen Zufahrtsstra�e vorgesehen und endete mit 20 Stellpl�tzen, eine Fl�che von etwa 600 qm. Die Friedhoferweiterung schloss ummauert direkt an den alten Friedhof an und griff erheblich in das sanft fallende Wiesengel�nde ein, da seine gesamte Fl�che auf einer Ebene angeordnet werden sollte. Ergebnis: �berdimensioniert hohe Maueransichten von der Talseite, welche die Ansicht der Kirche und der alten Friedhofsmauer strak beeintr�chtigen werden � einmal abgesehen von dem harten Eingriff in die Kulturlandschaft.
Die Besichtigung ergab, dass die vorgeschlagene Erschlie�ung �ber den Platschweg eigentlich �berfl�ssig ist. Vielmehr k�nnte die bestehende Einm�ndung in die Stra�e nach St. Andr� verbessert und der weitere Verlauf der jetzigen Zufahrt beibehalten werden. Die alte Zufahrtsstra�e bietet zudem Fl�che f�r etwa zehn PKW links nach der Waldkante und weitere zwanglos anzuordnende f�nf Stellpl�tze vor der alten Friedhofsmauer. Weiterhin kann die bestehende Zufahrt zu den sechs H�usern oberhalb der Kirche mit der Br�cke weiter genutzt werden wenn der neue Friedhof vom alten Friedhof etwas weiter talw�rts abgesetzt w�rde. Der Friedhof selbst k�nnte stat auf einer Ebene in zwei Ebenen trassiert werden um statt mit St�tzmauern nur mit sanften B�schungen dem fallenden Gel�nde zu entsprechen. Zudem wird zun�chst nicht die ganze Friedhofsfl�che neu ben�tigt, sondern nur die erste H�lfte, also die erste Gel�ndeterrasse unterhalb des Str��chens vor dem alten Friedhof. Dazwischen w�re noch Platz f�r eine Baumreihe (etwa Winterlinden). Die zweite Terrasse der Friedhofsfl�che k�nnte dann ebenso harmlos in den Hang geb�scht zu einem sehr viel sp�teren Zeitpunkt angelegt werden � zumal derzeit durch die zahlreichen Feuerbestattungen nicht mehr so viele Erdgr�ber ben�tigt werden.
Wenn die Zufahrt an der gleichen Stelle wie bisher bliebe, so k�nnte der Platschweg mit einem Fu�weg entland des Baches eine zus�tzliche Verbindung aus Milland bieten.
Der Verzicht auf die unharmonischen geplanten Friedhofsmauern � stattdessen w�ren gut beschnittene Buchenhecken ebenso denkbar wie niedrige verputzte Mauerteile mit Natursteinabdeckung denkbar � w�rden ebenso wie der Verzicht auf die bombastische Zufahrtsstra�e zudem zu einer erheblichen Kosteneinsparung von etwa 1-1,5 Mio � gegen�ber dem bisherigen Projekt f�hren. Einmal ganz abgesehen von der sanften Einf�gung in das bestehende Wiesengel�nde. Weniger ist also mehr in diesem Fall.
Ich habe eine sparsame Skizze zu diesen Gedanken auf der Grundlage der vorhandenen Planung angefertigt und im Original Herrn Franz Pisoni �bergeben. Die Skizze sollte auf keinen Fall so ausgearbeitet sein, dass sie in den Verdacht geriete eine unverlangte Entwurfvariante darzustellen um berufsrechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Die Skizze sollte vielmehr eine Diskussion �ber eine weniger aufw�ndige, sparsamere und landschaftsschonende L�sung anregen. Eine Diskussion fand jedoch nicht statt, sondern die Anregung wurde mit den Worten von den SVP-Verantwortlichen vom Tisch gewischt mit der Bemerkung: � die Planung sei gelaufen und nicht mehr zu �ndern�.
Als Architekt mit 40-j�hriger freiberuflicher Erfahrung, f�r Kostenbewusstsein und Angemessenheit von L�sungen war ich dich sehr verwundert, dass eine solche kostenfreie Beratung nicht wenigstens zu erneutem Nachdenken �ber einen geringeren Eingriff in die Kulturlandschaft und den Steuers�ckel der Mitb�rger gef�hrt hat. So viel Ignoranz und Selbstgerechtigkeit habe ich in meinem Berufsleben selten beobachten k�nnen.
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