Ist die Frau der Mann der Zukunft?
Die Galerie im Schloss Velthurns er�ffnete am 24. April die Wanderausstellung �Frauen auf dem Weg� die 2005 vom Frauen-Netzwerk �beretsch als �u�erst bemerkenswerter �berblick zur Verwirklichung der Gleichberechtigung in S�dtirol gezeigt wird.
In vier Jahren wurden die 10 Tafeln mit den Streifz�gen durch S�dtirols Frauengeschichte im 20. Jahrhundert an vielen Orten der Region gezeigt, jetzt kann man sie auf Initiative von Feldthurns Vizeb�rgermeisterin Marisa Torggler-Kerschbaumer bis Mitte Mai in der Galerie Schloss Velthurns sehen. Begleitet wird sie von vier Vortr�gen: Zur Er�ffnung sprach Dr. Elisabeth Tauber �ber �Frauen als Zierde� � ein Thema, das die sprachgewandte Referentin geistvoll am Thema der Marketenderinnen bei den Sch�tzen parphrasierte.
Am 28. April wird Isabella Engl Bilder und Gedanken zu Frauen in Uganda und S�dtirol bringen. Tags drauf erkl�rt Dr. Christine Mayr �Was Frau wissen sollte� und die Reihe abschlie�en werden Reinhilde Gamper & Heike Vigl mit dem �M�rchenkonzert von listigen Weibern�. Alle Beitr�ge jeweils um 20:00 Uhr.
Zum Nachdenken regt das sorgf�ltige Studium der zehn Ausstellungstafeln an. Nicht nur, weil sie graphisch ausgezeichnet gemacht und mit k�stlichen Cartoons von Franziska Becker versehen sind sondern weil sie Fakten dokumentiert, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit zum Alltag S�dtiroler Frauen geh�rten:
Wer erinnert sich daran, dass bis 1919 Lehrerinnen nur drei Viertel des Gehalts ihrer Kollegen bekamen und bei Heirat entlassen wurden? Dass Frauen bis 1961 keine Richterinnen werden durften, weil ihr Urteilsverm�gen durch die Menstruation getr�bt werde? Und erst seit zehn Jahren beim Heer, den Carabinieri und der Finanzpolizei besch�ftigt werden d�rfen? Ist es noch in Erinnerung, dass 1939 nur der Mann �ber die Option entscheiden durfte? Dass nach den Gemeinderatswahlen 2000 von 116 B�rgermeistern in S�dtirol nur zwei Frauen waren und das 2005 das italienische Parlament die Frauenquote abgelehnt hat? Wem ist klar, dass erst 1902 die erste Studentin in Innsbruck zugelassen wurde aber bereits 1984 die Zahl der Maturantinnen jene der Maturanten �berstieg und mehr als die H�lfte der Studierenden aus S�dtirol Frauen sind? Ist noch bekannt, dass erst 1956 der Mann das Recht verloren hat seine Frau zu schlagen und bei Ehebruch straffrei blieb w�hrend seine Frau bis 1968 daf�r ein Jahr ins Gef�ngnis musste und sich erst seit 1970 scheiden lassen kann? Bis 1962 durften Frauen nach der Geburt erst wieder die Kommunion empfangen, wenn sie vom Pfarrer �ausgesegnet� wurden, weil sie von Empf�ngnis und Geburt ��entweiht� waren. Und erst 1994 wurden M�dchen als Ministrantinnen zugelassen. Nicht zu reden von der �chtung lediger M�tter und deren Kinder durch Pfarrer und Kirche. Dies alles und vieles mehr lernt man an den Tafeln.
Viel ist im 20. Jht. f�r die Frauen erreicht worden. Aber viel Ungerechtigkeit muss bei der Gleichstellung von Mann und Frau noch beseitigt werden � man denke nur an die unterschiedlichen Gehaltszahlungen f�r gleiche Leistungen und den immer noch fehlenden finanziellen Ausgleich f�r Hausarbeit, der sich vor allem in den Renten niederschl�gt. Aber wird die gleichgestellte Frau der Mann der Zukunft sein? Wir hoffen es nicht � sie sollte doch auch Zierde bleiben!
Eine sehr progressive Veranstaltung im Kulturleben von Feldthurns � sehenswert!