Sonntag, 18.10.2009 | In der Zeitkammer von Schloss Velthurns

In der Zeitkammer von Velthurns

Die kleine aber feine Galerie Schloss Velthurns hat am vergangenen Freitag den Schreibersaal in eine Zeitkammer verwandelt in der ein besondere r�sthetischer Leckerbissen serviert wird.

Schloss Velthurns ist weithin bekannt f�r die wertvollen Holzintarsien mit denen die f�rstlichen R�ume der ehemaligen Sommerresidenz der Brixner Bisch�fe ausgestattet sind. Gut beh�tet, gepflegt und f�r Besucher zug�nglich, warten sie aber noch auf eine Nutzung, die mehr als nur Museum ist. Im benachbarten Schreiberhaus hat der Bildungsausschuss Feldthurns l�ngst mit der Galerie Schloss Velthurns den Weg gezeigt, wie eine solche Nutzung in unserer Zeit aussehen kann: Exquisite Ausstellungen f�r Nischenprodukte zeitgen�ssischer Kunst auf h�chstem Niveau. Bis zum 26. September ist dort die Ausstellung ZEITKAMMER zu sehen, in der Folge der Ausstellung von Albert Mayr RAUM-ZEIT-FENSTER des Vorjahres. Drei K�nstlerinnen, Nora Ciottoli und Elena Parati aus Mailand sowie Daniela Danelli aus Brescia haben sich unter dem Namen ticon 3 wieder des Raums, der Zeit und des Fensters angenommen. Sie nahmen das Fenster, ein Fenster des Schreiberhauses, das sich, edel gerahmt, �ber den Hirschgarten des Schlosses zum Tal �ffnet, um den Ablauf der Zeiten, der Jahreszeiten, mit Video einzufangen. Auf wei Bildschirmen wechseln in langsamen Fluss die Bilder von Herbst/Winter zu Fr�hling/Sommer und versetzen den Betrachter in meditative Stimmung. In unseren Tagen, in der alles dem Zeitraffer unterworfen scheint, f�hrt diese Art des zeitlich-r�umlichen Bilderlebens zur�ck in die geruhsameren Abl�ufe der Renaissance, den Bildern im Schloss Velthurns, in denen ebenfalls die Jahreszeiten ein beliebtes Motiv der al fresco Wandmalereien war. Das Schloss ist f�r diese Malereien mindestens ebenso ber�hmt wie f�r seine Ausstattung mit edlem Holz. Die bozetti, Figuren der Entw�rfe f�r diese Malereien haben die K�nstlerinnen in Fotografien des Schlosses montiert und f�hren den Betrachter durch diese Verfremdung in Zeitkammern, die das Vergangene mit dem Heutigen verbinden. Auch hier entstehen Assoziationen beim meditativem Betrachten im Kopf. Ganz im Gegensatz zur t�glich Bilderflut wehrt man nicht ab sondern vertieft sich in aufsteigende Bilder der eigenen Imaginationen, gen�hrt aus Raum, Zeit und Erinnerung. Eine sch�ne Ausstellung, zu der ein kleiner aber tiefgr�ndiger Katalog erg�nzend zu den einf�hrenden Worten von Leo Andergassen, Albert Mayr und Silvia Bordini erschienen ist.

Andreas Gottlieb Hempel




:: Home :: Impressum :: Sitemap

15.01.2020
H�user des Jahres

15.01.2020
Die Bozner Freiheitsstra�e

Andreas Gottlieb Hempel
Prof. Dipl.-Ing. Architekt & Publizist
Otto von Guggenberg Str. 46   I-39042 Brixen (BZ)   Italien
Tel Studio 0039-0472-836317   mobil 0039-349-7969334
privat 0039-0472-679076   e-mail info@agh.bz
Seite drucken Webseite zu den Favoriten hinzuf�gen