Bezirksgemeinschaft Eisacktal
Pressemitteilung
Regionalentwicklung Eisacktal
Der Begriff vom Europa der Regionen ist ein gefl�geltes Wort und steht vielfach daf�r, nationale Begrenzungen zugunsten regionaler Bedeutungen aufzuheben. Dazu m�ssen sich allerdings die Regionen ihrer M�glichkeiten besinnen, ihre Ressourcen finden und st�rken sowie Netzwerke in der regionalen Zusammenarbeit entwickeln. Diese Gedanken lagen bereits den politischen Absichten der Regionalentwicklung im Eisack- und Wipptal im Jahre 2000 zugrunde, als man beschloss, die Bezirksgemeinschaften als Instrument zur St�rkung der Wirtschaft und Steigerung der Wertsch�pfung aus Landwirtschaft, Tourismus, Handel, Verkehr, freiberuflichem und gewerblichem Unternehmertum zwischen Brenner und Bozen zu nutzen. Als geringer entwickeltem Bezirk wurde dem Wipptal der Status des LEADER-Bezirks mit entsprechenden F�rdermittel zuerkannt.
Seit l�ngerer Zeit bereits nimmt die Bezirksgemeinschaft Eisacktal die F�hrungsposition unter den acht S�dtiroler Bezirksgemeinschaften ein � hat sie doch weit mehr �bergemeindliche Dienste neben den institutionellen �Pflichtdiensten� �bernommen als alle anderen. Drei Kl�ranlagen, eine neue M�lldeponie, ein Zentrum f�r Abfallwirtschaft werden neben den Citybuslinien in Brixen und Klausen und zus�tzlichen sozialen Aufgaben (etwa dem Familienpass) gef�hrt, die Bezirksgemeinschaft ist l�ngst zum �Runden Tisch� der beteiligten Gemeinden im Eisacktal geworden. Fahrrad- und Themenwege im Tal aber auch in den Seitent�lern, die Beteiligung am Jakobsweg und die F�rderung eines �sanften� Tourismus mit Ferien auf dem Bauernhof � also die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft � ist l�ngst neben anderen �bergemeindlichen Aufgaben zu einem Arbeitsgebiet der Regionalentwicklung f�r die Bezirksgemeinschaft Eisacktal geworden.
Die politische F�hrung und die Verwaltung der Bezirksgemeinschaft sind nun �bereingekommen die Regionalentwicklung in ihrem Bereich � vielleicht sogar mit dem Wipptal zusammen � tatkr�ftig und auch strukturell verst�rkt anzugehen. Daf�r bedarf es einer eigenen Anlauf- oder Stabsstelle beim Generalsekretariat um die erforderlichen Koordinationsarbeiten zur Nutzung aller Ressourcen leisten zu k�nnen und das erforderliche Netzwerk zur Einbeziehung aller Beteiligten aufzubauen. Diese Anlaufstelle sollte zu Beginn mit einer Leitperson besetzt werden, deren T�tigkeit zun�chst aus Mitteln der Gemeinden (50.000 �), der Bezirksgemeinschaft (10.000 �) und Zusch�ssen des Landes und der EU (15.000 �) mit gesamt 75.000 � so finanziert wird, dass daraus eine nachhaltige T�tigkeit mit auch langfristigen Projekten in Gewerbe, Kultur, Tourismus und Landwirtschaft entsteht. Die Nachhaltigkeit wird dazu f�hren, dass breite Wirtschaftskreise den ihnen daraus entstehenden Vorteil erkennen und sich aktiv auch finanziell in das entstehende (teilweise schon bestehende) Netzwerk einbringen werden.
Sollte sich eine gemeinsame Anlaufstelle mit der Bezirksgemeinschaft Wipptal nicht sofort verwirklichen lassen, dann wird die Bezirksgemeinschaft Eisacktal zun�chst eine eigen Stabsstelle einrichten. Die gemeinsame Einrichtung w�rde allerdings dem Eisacktal vom Brenner bis Bozen zu einem gro�en Gewicht in der Regionalentwicklung verhelfen und viele St�rken, Ressourcen und Ideen bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Arbeitsweise b�ndeln k�nnen.
Abschlie�end soll noch auf die Mittel hingewiesen werden, die derzeit f�r Projekte der Regionalentwicklung von der Bezirksgemeinschaft Eisacktal eingesetzt werden k�nnen: F�r den Keschtnweg und dessen Vermarktung stehen 155.000 � zur Verf�gung � die Stiftung der Sparkasse hat im Zusammenhang mit dem Tourismuscoaching der S�dtiroler Marketing Gesellschaft weitere 165.000 � zugesichert. In die stark beachteten und auch f�r das Marketing des Eisacktales gut genutzten Themenwege werden �ber 2 Mio investiert. Die Wanderwege im Eisacktal f�r den sanften Tourismus als Gegensatz zur vordergr�ndigen Verkehrsbelastung werden aus dem Strukturprogramm mit 1,8 Mio. Euro gef�rdert um sie zu erhalten und angemessen zu pflegen. F�r die Fahrradwege im Eisacktal wurden bisher 7,5 Mio. Euro ausgegeben, 3,7 Mio. kommen noch dazu, in 2010 stehen 1.0 Mio. f�r die Ausbauten bei Kollmann und Aicha zur Verf�gung.
Bei diesen Investitionen zeigt sich, dass die H�he der j�hrlichen Investitionen in den vergangenen Jahren von ca. 10 Mio. f�r die gro�en Strukturen der Abfallbeseitigung usw. sich in den kommenden Jahren auf etwa die H�lfte reduzieren wird. Die �hardware� der Vorsorge f�r die Bev�lkerung im Eisacktal ist nunmehr geschaffen � jetzt gilt es die �software� f�r eine Regionalentwicklung zu entwerfen, die durch viel Kreativit�t, Netzwerkarbeit und Engagement das Eisacktal zu einer der Zukunftsregionen in S�dtirol voran bringen kann.
Brixen, 22. April 2010
Andreas Gottlieb Hempel