PARKHAUS: Wieder einmal soll eine Landschaftsidylle Autos weichen.
Dolomiten Kulturseite
Der S�dtiroler Bauernbund hat es bereits begriffen: So kann es mit der Zerst�rung und Zersiedelung unserer Kulturlandschaft nicht weiter gehen. Bis zur Stadtverwaltung von Bruneck ist diese Erkenntnis offenbar noch nicht vorgedrungen: Der Gemeinderat hat sich im Herbst vorigen Jahres f�r eine Tiefgarage unter der Schlosswiese entschieden. Sie wird zu schwerwiegenden Eingriffen in eine noch intakte Landschaftsidylle direkt am Brunecker Stadtrand, s�dlich des Schlosses f�hren. Die Baumkulisse (auf der rechten Seite im Bild) wird fallen m�ssen. Die Wiese selber wird gro�fl�chig mit L�ftungsgittern f�r das sechsgeschossige unterirdische Bauwerk �berzogen und eine breite Zufahrt wird den jetzigen Wanderweg ersetzen.
Die Schlosswiese ist eigentlich der einzige unzerst�rte Landschaftsraum um Bruneck, der noch nicht von chaotisch wirkenden Gewerbegebieten oder dem Einheitsbrei moderner Wohnsiedlungen �berzogen wurde. Durch solche vorst�dtischen Allerweltsbauten muss man sich sonst von Osten, Norden und Westen zur sch�nen Altstadt von Bruneck durchk�mpfen. Zwischenstadt ist wohl der richtige Ausdruck f�r dieses uninteressante Einerlei, das weder Stadt noch Land ist, schon gar nicht mehr Landschaft. Die einzig verbliebene noch intakte Stadtrandlandschaft ist die Schlosswiese, an der k�nftig die Zufahrt von der S�dspange erfolgen soll. Von keiner Seite wird der erste Eindruck von Bruneck so eindrucksvoll, ja geradezu idyllisch empfunden werden, wie entlang der Schlosswiese � vorausgesetzt, sie bleibt erhalten wie sie ist.
Nat�rlich muss der von der S�dspange einfahrende Verkehr vor der Altstadt mit Parkm�glichkeiten abgefangen werden. Dazu gibt es aber auch Alternativen um die Schlosswiese unber�hrt zu erhalten � beispielsweise im Fels des K�hbergls neben der Schlosskurve. Dabei f�nde keine Landschaftszerst�rung statt. Hinter der jetzigen Wahl des Standortes kann man massive wirtschaftliche Interessen vermuten. Bauwirtschaft gegen Baukultur. Und nach uns die Sintflut. Diese Art der Landschaftszerst�rung ist ein Trauerspiel f�r eine Region mit tausendj�hriger hochkultivierter Bautradition und einem Tourismus, der gewiss nicht wegen Tiefgaragen zu uns kommt sondern wegen einer Kulturlandschaft, deren �berreste man bald suchen muss, wenn weiter so gewirtschaftet wird.
Der Landesbeirat f�r Baukultur und Landschaft kritisiert �brigens das Projekt und empfiehlt den Standort zu �berdenken. Ob das etwas n�tzt?
(2.528 ZmZw)
Andreas Gottlieb Hempel